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Pädagogische Professionalisierung angehender Wirtschaftslehrer

23-07-2018

Wissenschaftliche Studien bestätigen immer wieder, dass pädagogische Fachkräfte über ein außergewöhnlich hohes Maß an persönlichem Wissen, Können und Engagement verfügen. Sie zeigen jedoch zugleich, dass Pädagogen sehr genau wissen sollten, wie man seine eigenen Verhaltensweisen und Reaktionen im Umgang mit den Heranwachsenden richtig steuert, um nachhaltige Lernerfolge zu erzielen.

Dazu müssen die angehenden Lehrkräfte sich im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Ausbildung selbst kennenlernen, ihre „roten Knöpfe" wahrnehmen, diese reflektieren und an ihnen arbeiten, bevor sie mit der eigentlichen pädagogischen Arbeit mit den Jugendlichen beginnen können. Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Universität Stuttgart wurde nun ein achttägiges praxisnahes Trainingsprogramm zur pädagogischen Professionalisierung unterbreitet, mit dem dies gelingen kann.

Der durch das Landesprogramm KOALA finanzierte und durch die Professional School of Education (PSE) Stuttgart-Ludwigsburg unterstützte Workshop „Professioneller Umgang mit herausforderndem Schülerverhalten im inklusiven Wirtschaftsunterricht“ richtete sich an Lehramtsstudierende des Faches „Wirtschaftswissenschaften“ an beiden Standorten. Im Hinblick auf den konkreten Umgang mit Schülerinnen und Schülern im Wirtschaftsunterricht wurden wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte Handlungskompetenzen auf spielerische Weise vermittelt. Umgesetzt wurde dies durch die beiden Coaches Rainer Appenzeller (Rektor i. R.) und Janosch Seibel (Sozialpädagoge) vom Team GRENZEN(und…)LOS in Kooperation mit Jun.-Prof. Dr. Michael Weyland, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

Appenzeller, Seibel und Weyland coachten dabei die angehenden Lehrkräfte und simulierten mithilfe zahlreicher konkreter Fallbeispiele und Rollenspiele den professionellen Umgang mit herausforderndem Verhalten. Inhaltlich basierten die Übungen auf dem aktuellen Stand der neuro- und kognitionspsychologischen, verhaltensökonomischen und wirtschaftsdidaktischen Literatur. Dabei wurden insbesondere solche Aspekte vermittelt, die in der Lehrerbildung bisher leider häufig zu kurz kommen. Dies gilt insbesondere für das Thema „Exekutive Funktionen“: Diese beeinflussen die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in besonderem Maße. So vermindert eine erfolgreiche Impulskontrolle aggressives und unterstützt empathisches Verhalten. Kinder, die eine gut entwickelte Impulskontrolle aufweisen, können sowohl positive als auch negative Emotionen besser unterdrücken als Kinder mit schlechter ausgebildeten Hemmungsfunktionen. Dabei zeigen weniger aggressive Kinder häufig auch ein stärker ausgebildetes empathisches Verhalten. Man geht davon aus, dass es ihnen aufgrund der besser ausgebildeten Impulskontrolle und Selbstregulationsfähigkeit vermehrt gelingt, ihre eigenen Sorgen den Gedanken und Gefühlen anderer unterzuordnen. Das GRENZEN(und…)LOS Team zeigte sich nach den acht Tagen begeistert vom engagierten Einsatz der angehenden Lehrkräfte, und auch Jun.-Prof. Weyland war mehr als zufrieden: „Die äußerst positiven Rückmeldungen und Evaluationsergebnisse der Studierenden zeigen, dass wir auf dem Weg der Verbindung von wirtschaftsdidaktischen und neuropsychologischen Erkenntnissen in Forschung und Lehre fortschreiten sollten“, so sein Fazit.


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