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Newsletter Bildungsmanagement - November 2016

Liebe Bildungsmanagement-Interessierte,

im Herbst starten in vielen Bildungseinrichtungen neue Programme, Kurse, Seminare. Auch wir können mit diesem Newsletter über aktuelle Entwicklungen zum Bildungsmanagement und über neue Dinge am Institut für Bildungsmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg informieren:

  1. Themen-Special: Die stellvertretende Führungskraft
  2. Neue Publikationen zum Bildungsmanagement
  3. Willkommensgruß an die neuen Studierenden
  4. Internationales Bildungs- und Schulleitungssymposium in Zug (Schweiz)
  5. Neues aus dem Institut

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

das Team des Instituts für Bildungsmanagement der Pädagogischen Hochschule
Ludwigsburg

 

 

1. Themen-Special: Die stellvertretende Führungskraft

Als "diffusen Aufgabenbereich" zwischen Leitungsebene und Kollegium beschreiben gerne die Vertreterinnen und Vertreter von Führungskräften ihre Tätigkeit. Ihre Rolle ist oft unbestimmt, mit eher unattraktiven Tätigkeiten versehen und wird widersprüchlich wahrgenommen. Konflikte sind vorprogrammiert. Gleichzeitig bildet die stellvertretende Leitung einen wichtigen Gesprächspartner für die leitende Führungskraft, ist eine Vertrauensperson in kritischen Phasen und bei schwierigen Entscheidungen. Der Stellvertreter kann in solchen Situationen wiederum für sich selbst wichtige Erfahrungen für die Übernahme von folgenden, neuen Führungsaufgaben sammeln. Im Kontext von Personalentwicklungsstrategien stellt sich damit auch die Frage, wie die Funktion der Stellvertretung im Hinblick auf Qualifizierungsstrategien und Berufsbiografien aufgegriffen werden sollte. Mangels entsprechender Gesamtkonzepte und Weiterbildungsangebote bleibt den Vertreterinnen und Vertretern oftmals faktisch keine andere Wahl, als dass sie ihr Rollen- und Aufgabenprofil selbst finden und definieren. Damit wird aber die Chance versäumt, die Stellvertreterrolle gezielt als Übungs- und Bewährungsfeld zu nutzen.

Welches Wissen liegt vor?

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wurde die Rolle des stellvertretenden Schulleiters in den 1980er und 90er Jahren intensiver analysiert (z.B. Bumann 1983, Droege 1989/1994, Jirmann/Hilgenstock 2003, Meyer 1983, Münch 1997, Pfeiffer 1994, Ritterbach 1991, Thies 1994, Wolfmeyer 1981). Erst in den vergangenen Jahren wurde das Thema wieder aufgriffen und auch im Kontext weiterer Bildungsbereiche bzw. für Organisationen jeglicher Art bearbeitet (z.B. Buchen/Horster/Rolff 2011, Asselmeyer/Steitz-Kallenbach/Waßmann 2013, Stelzer-Rothe 2010/2016, Xuan-Müller 2010).

Was ist empirisch beobachtbar?

Ob und wie sich stellvertretende Führungskräfte in ihrer besonderen Rolle ebenso besonders verhalten, eigene Handlungsweisen zeigen und spezielle Strategien anwenden, ist aufgrund unterschiedlicher Kontextbedingungen von Stellvertreter zu Stellvertreter nur schwer präzise erfassbar. Tatsächlich können aber beim ausgewählten Blick auf das Moment "Führung von unten" gewisse Präferenzen ausgemacht werden, wie stellvertretende Führungskräfte auf ihre Vorgesetzten hinzuwirken versuchen. Ein bekanntes Ranking von Einflussstrategien stammt hierzu von Yuklk&Falbe, referiert bei Wunderer (in Rosenstiel 2010/2016): (1) sachlich überzeugen / (2) konsultieren / (3) mit Vorschläge inspirieren / (4) koalieren / (5) taktieren / (6) höhere Leitungsebene ansprechen / (7) persönlichen Druck ausüben / (8) verhandeln.

Welche alternativen Konzepte gibt es?

Im "Handbuch für Steuergruppen" (Huber 2011, z.Z. in Vorbereitung zur Neuauflage) plädieren die Autorinnen und Autoren insbesondere auf der Ebene der stellvertretenden (Schul-)Leitung für kooperative Führungsmodelle (erweiterte Leitung, Leitungsteam o.ä.). Ziel solcher Formen ist es, die Schulleitung bei hoher Aufgabenheterogenität zu entlasten und gleichzeitig die Informationen und Entscheidungen zwischen den verschiedenen Projektteams, Ausschüssen, Lenkungskreisen usw. enger an die oberste Führungsebene zu binden. Steuergruppen werden mitunter als eher antihierarchisch in der Organisation wahrgenommen und in Veränderungsprozessen als "Change Agents" eher akzeptiert. Noch mehr als bei klassischen Stellvertretern müssen in solchen Steuergruppen die Aufgaben, Rollen und Verantwortungen vorab genau abgesprochen und kommuniziert werden, um die Arbeit der Führungspersonen gegenüber allen anderen Mitarbeitern transparent zu halten und sie in ihrer leitenden Rolle zu legitimeren.
Link-Tipp: "Steuergruppen - Unterstützer oder Kontrolleure?" - http://www.ganztaegig-lernen.de/steuergruppen-unterstuetzer-oder-kontrolleure

Eine detaillierte Auflistung der genannten Quellen erhalten Sie auf Anfrage an bildungsmanagement(at)ph-ludwigsburg.de.

 

 

2. Neue Publikationen zum Bildungsmanagement

Aus dem Kreis der Mitarbeiter, Studierenden und Absolventen des Instituts für Bildungsmanagement sind zuletzt folgende Beiträge zum Bildungsmanagement erschienen:

Krüger, Michael (2016): Das Lernwissen der Bildungsmanagement-Studiengänge im deutschsprachigen Raum. Seine Entstehung sowie seine Formen und Auswirkungen. Hamburg: Dr. Kovac.

Was ist Bildungsmanagement? Michael Krüger zeigt in seiner Grundlegung, dass in der Praxis, in der Wissenschaft und in der Lehre Bildungsmanagement-Wissen eigenständig weiterentwickelt und nach je eigenen Regeln tradiert wird. Es entstehen unterschiedliche Wissensbestände, die kontinuierlich aufeinander einwirken. So hat auch das Lernwissen – d.h. jenes Wissen, welches Weiterbildungen und Studiengängen gelernt werden soll - Auswirkungen auf die Vorstellungen von professionellem Bildungsmanagement-Handeln im Praxisfeld. Wie dieses Lernwissen der Bildungsmanagement-Studiengänge als eigenständige Wissensform im Hochschulkontext entsteht, welche Formen es ausbildet und wie es auf andere Handlungsfelder einwirkt, wird durch eine empirische Studie erstmals gezeigt. Die Monografie erläutert, wie sich das Fachgebiet im Laufe der vergangenen 40 Jahre entwickelt hat und gibt eine Übersicht darüber, welche Lehrinhalte im deutschsprachigen Raum als "Bildungsmanagement" angeboten werden.

Weitere Publikationen:

  • Ditzel, Benjamin; Suwalski, Petra (2016): Kontext-sensible Interventionsstrategien im Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Qualität von Studium und Lehre. In: Hofer, Michael; u.a. (Hrsg.): Qualitätsmanagement im Spannungsfeld zwischen Kompetenzmessung und Kompetenzentwicklung. Bielefeld: Universitätsverlag Webler.
  • Müller, Ulrich; Hancock, Dawson; Wang, Chuang; Stricker, Tobias (2016): Warum fällt es so schwer, sich für ein Schulleitungsamt zu entscheiden? Ergebnisse vergleichender Untersuchungen mit Lehrkräften und Schulleitern in den USA und in Deutschland. In: Beruf: Schulleitung, Teil 1 Ausgabe Oktober 2016, S. 27-30; Teil 2 Ausgabe Januar 2017.
  • Lieneweg, Sascha; Jungaberle, Hendrik; Stricker, Tobias (2016): REBOUND – Möglichkeiten der Schulentwicklung und des sozialen Lernens durch Vermittlung von Lebenskompetenzen. In: Beruf: Schulleitung. Ausgabe Oktober 2016, S. 14-17.
  • Stricker, Tobias; Iberer, Ulrich; Zimber, Andreas (2016): Alles gleichzeitig. Zum Phänomen "Multitasking" im Berufsalltag von Schulleitung. In: Beruf: Schulleitung. 11. Jahrgang, Teil 1 Ausgabe Juli 2016, S. 23-25; Teil 2 Ausgabe Oktober 2016, S. 33-35.
  • Stricker, Tobias; Wiedenbauer, Rolf; Iberer, Ulrich (2016): Was passiert danach? Effekte von externen Evaluationen auf Schulentwicklungsprozesse. Theoretische Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus der Weiterarbeit mit Evaluationsdaten. In: DIE SCHULLEITUNG. Zeitschrift für pädagogische Führung und Fortbildung in Bayern (unveränderter Nachdruck). Heft 03/2016, S. 4-9.

 

 

3. Willkommensgruß an die neuen Studierenden

Mit dem Wintersemester startet ein neues Studienjahr und wir können damit auch neue Studierende begrüßen:

Im Masterstudiengang Bildungsmanagement hat die 14. Kursgruppe Ihr Studium aufgenommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Schulen, Wirtschaftsunternehmen sowie Nonprofit-Einrichtungen werden in den kommenden vier Semestern gemeinsam unter dem Prinzip "Lernen am Unterschied" handlungsorientierte Führungskompetenz erwerben.

Ebenso haben sich im Oktober die Studierenden des sechsten Studienjahrgangs im Masterstudiengang International Education Management zur ersten Präsenzphase getroffen. Die Pädagogische Hochschule heißt die neuen Studierenden aus Deutschland, Algerien, Ägypten, Jemen, Tadschikistan, Großbritannien und Indonesien herzlich willkommen. Wir wünschen unseren Studierenden eine spannende und bereichernde Zeit!

 

 

4. Internationales Bildungs- und Schulleitungssymposium in Zug (Schweiz)

Vom 6. bis 8. September 2017 findet an der Pädagogischen Hochschule Zug (Schweiz) das Internationale Bildungs- und Schulleitungssymposium 2017 zu Themen der Schulqualität, Schulentwicklung und des Schulmanagement statt. Es ist die größte internationale Fachtagung im deutschsprachigen Raum zum Thema Schulmanagements. Das Institut für Bildungsmanagement wirkt als Kooperationspartner mit und ist durch Dr. Ulrich Iberer im Programmkomitee vertreten.

Das diesjährige Tagungsthema lautet "Bildung 5.0? Zukunft des Lernens – Zukunft der Schule // Education 5.0? The Future of Learning – the Future of Schools". Dabei wird der Frage nachgegangen, wie moderne Technologien in Bildungsprozessen wirksam integriert und gleichzeitig klassische pädagogische Prämissen gewahrt werden können. Das Symposium behandelt Fragen moderner Steuerung im Bildungssystem, zeitgemäßer Schulführung, nachhaltiger Schulentwicklung und wirksamer Lehr-Lern-Arrangements.

Der Ideen- und Erfahrungsaustausch mit über 800 Expertinnen und Experten aus der Bildungspolitik, Schulverwaltung, Schulleitungspraxis, Schulforschung und dem Unterstützersystem aus über 50 Ländern der Welt will helfen, Implikationen für das eigene professionelle Handeln pädagogischer Führungskräfte abzuleiten.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit unter:
http://www.schulleitungssymposium.net

 

 

5. Neues aus dem Institut

Erfolgreich abgeschlossene Dissertation von Dr. Michael Krüger

Wir freuen uns mit unserem Kollegen Dr. Michael Krüger über seine erfolgreiche Promotion zum Dr. phil. und gratulieren ihm auf diesem Weg noch einmal herzlich. Seine Dissertation zum Thema "Das Lernwissen der Bildungsmanagement-Studiengänge im deutschsprachigen Raum. Seine Entstehung sowie seine Formen und Auswirkungen" ist im Verlag Dr. Kovac erschienen (siehe auch weitere Informationen unter 2.)

DAAD vergibt Individualstipendien an Studierende aus Entwicklungs- und Schwellenländern

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt mit einem speziellen Stipendienprogramm Teilnehmer aus Entwicklungs- und Schwellenländern für entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge an deutschen Hochschulen. Das Förderprogramm EPOS zielt darauf ab, künftige Entscheidungsträger und Kooperationspartner für die Personal- und Organisationsentwicklung in den Partnerländern zu qualifizieren. Die Absolventen sollen ihre Erfahrungen und ihr neu erworbenes Wissen an andere weitergeben und als Multiplikatoren in internationalen Netzwerken an der Lösung regionalspezifischer und globaler Herausforderungen mitwirken. Die PH Ludwigsburg hat für Studierende im berufsbegleitenden Masterstudiengang International Education Management eine Förderzusage erhalten, die bereits ab diesem Wintersemester 2016/2017 gilt.

Neu am Institut: Dirk Nees

Seit diesem Wintersemester ist Dirk Nees neu als akademischer Mitarbeiter am Institut tätig. Herr Nees wird vor allem den Bereich "Betriebliches Bildungsmanagement" bearbeiten und seine Kompetenzen als erfahrene Führungskraft eines global agierenden Wirtschaftsunternehmens in den beiden weiterbildenden Masterstudiengängen einbringen. Wir wünschen unserem neuen Kollegen auch auf diesem Weg einen guten Start.

 

 

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