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Newsletter Bildungsmanagement - Dezember 2017

Liebe Bildungsmanagement-Interessierte,

in den letzten Wochen des Jahres ist in vielen Bildungseinrichtungen traditionell Hochkonjunktur. Auch wir können mit diesem Newsletter über aktuelle Entwicklungen zum Bildungsmanagement und über Neuigkeiten am Institut für Bildungsmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg informieren:

  1. Themen-Special: Digitales Schulmanagement
  2. "Schnupper-Möglichkeit" im Masterstudiengang Bildungsmanagement
  3. Seminar-Tipps im Kontaktstudium Bildungsmanagement
  4. Neue Publikationen zum Bildungsmanagement und zur ökonomischen Bildung
  5. Willkommensgruß an die neuen Studierenden, Gratulation an neue Alumni

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

das Team des Instituts für Bildungsmanagement der Pädagogischen Hochschule
Ludwigsburg

 

 

1. Themen-Special: Digitales Schulmanagement

Ein Interview mit Markus Heitz, Lehrer an der Geschwister-Scholl-Realschule Winnenden, Ausbildungsberater für die PH Ludwigsburg und des Schulamts Backnang und Absolvent im berufsbegleitenden Masterstudiengang Bildungsmanagement

In seiner Masterthesis hat sich Markus Heitz mit der Frage auseinandergesetzt, welche Auswirkungen die digitale Transformationen auf Leitungsverantwortliche in Schulen hat. Während in anderen Branchen digitale Anwendungen den Berufsalltag von Führungskräften umwälzen, scheinen viele Schulleiterinnen und Schulleiter diese nur zögerlich anzunehmen. Doch bei näherem Hinsehen wird deutlich: Smartphones, Clouds, virtuelle Kommunikationstools und mehr verändern die Arbeitsweisen in der Schulleitung und damit auch die Abläufe und Kommunikationsprozesse an der Schule zunehmend.


Herr Heitz, Sie entwerfen in Ihrer Masterthesis ein "digitales Schulmanagement". Wie arbeitet der künftig voll umfänglich digitale Schulleiter?

Markus Heitz: Zunächst einmal sei erwähnt, dass es auch in Zukunft keinen vollumfänglichen digitalen Schulleiter geben wird. Die Individualität der Schule und deren Prozesse werden immer eine persönliche Basis und direkte Ansprache verlangen. Dass diese Arbeit mittlerweile von Computern und deren Anwendungen unterstützt werden, ist schon selbstverständlich geworden. Im Zuge der digitalen Entwicklungen wird es in Zukunft jedoch nötig sein, sich mit eben diesen Anwendungen weiter vertraut zu machen und sie effektiv für seine Arbeit zu nutzen. Der digitale Schulleiter versteckt sich nicht hinter seinem Bildschirm, sondern schafft sich durch individuelle und passgenaue digitale Helfer vielleicht gerade jene Zeitersparnis, die er für die persönliche Betreuung benötigt.


Sie haben mit Schulleiterinnen und Schulleitern über deren Mediengebrauch in ihrer Führungsaufgabe gesprochen. In welchem Ausmaß werden digitale Medien tatsächlich eingesetzt? Was geschieht bereits im Verborgenen?

Markus Heitz: Es zeigte sich, dass digitale Medien bereits eine beachtliche Rolle in der Schulleitungsarbeit einnehmen, alle Schulleiter bescheinigen einen umfangreichen Einsatz und eine große Offenheit gegenüber digitalen Anwendungen. Dies betrifft eine Vielfalt an gebräuchlichen Text- und Datenverarbeitungsprogrammen, spezieller Schulsoftware und eigens vom Land entwickelten Programmen. Die Nutzung variiert dabei stark mit dem tatsächlichen Nutzen, den die Schulleiter feststellen. Gerade die Programme privatwirtschaftlicher Anbieter überzeugen hier in Anwendung und Unterstützung. Die verpflichtende Arbeit mit den landeseigenen Programmen, beispielsweise für das Erstellen der Statistik oder die Personalverwaltung, wird hingegen oft als mühsam und zeitaufwendig beschrieben. Dieser Tatsache möchte das Land entgegenwirken und mit dem Aufbau einer landesweiten digitalen Bildungsplattform eine verlässliche, schulübergreifende, datenschutzkonforme und dauerhaft verfügbare technische Grundinfrastruktur schaffen.


Was fördert den Einsatz digitaler Medien in der Schulleitung?

Markus Heitz: Förderliche Aspekte finden sich zunächst in einer einfacheren und schnelleren Kommunikation. Dies betrifft den Austausch im Kollegium, aber auch zu den Schulaufsichtsbehörden, anderen Schulen, Kooperationspartnern und besonders den Eltern und Schülern. Gerade dieser Informationsfluss scheint sich durch digitale Anwendungen verbessert zu haben, was auch von der Gegenseite entsprechend wahrgenommen wird. Weiter bestätigen die Schulleiter einen besseren Überblick bei digitalen Ablagen, was gerade die Bearbeitung wiederkehrender Aufgaben sehr erleichtert. Hat man auf diese Dateien dann cloudbasiert, von jedem ans Internet angebundene Gerät aus Zugriff, kann orts- und zeitunabhängig gearbeitet werden.


Was hemmt den Einsatz digitaler Medien in der Schulleitung?

Markus Heitz: Neben all den Vorteilen und Möglichkeiten, steht in der Schule ein achtsamer Umgang mit sensiblen Daten im Vordergrund. Dieser berechtigte und wichtige Datenschutz erschwert oder verhindert noch die ein oder andere wünschenswerte Anwendung, gerade im Bereich der Kommunikation. Gleichzeitig ist die Akzeptanz und Bereitschaft der Anspruchsgruppen - auch in einer vermeintlich digitalisierten Gesellschaft – nicht gänzlich vorhanden. So wehren sich im Einzelfall beispielsweise Eltern gegen digitale Elternbriefe. Ein weiteres wichtiges Thema ist nach wie vor die oft unzureichende technische Ausstattung der Schulen, mit der ein zeitgemäßes, digitales Arbeiten nicht möglich ist.


Welchen Beitrag zu professionellen Schulleitungshandeln können digitale Medien leisten und wie können sie zur Unterstützung von Schulleitungsaufgaben eingesetzt werden?

Markus Heitz: Viele Arbeitsfelder können durch digitale Hilfe unterstützt werden, sie ermöglichen den Schulleitern beispielsweise eine schnelle Kommunikation zu allen Anspruchsgruppen, das Erstellen und Bearbeiten von Stunden- und Vertretungsplänen, die Personalverwaltung oder die Koordination von Terminen. Über diese administrativen Tätigkeiten hinaus können sich in einem digitalen Schulmanagement Online-Plattformen oder Clouds entwickeln, die als Wissensspeicher oder Portfolio die Arbeitsweise aller Beteiligten und somit die Qualität der schulischen Arbeit maßgeblich beeinflussen können. Abzüglich der notwendigen Einarbeitungszeit bieten digitale Anwendungen Zeiteinsparungen, Orientierung und Struktur. Sie erleichtern die tägliche Arbeit mit Formularen oder Berechnungen und erlauben flexible Lösungsstrategien. Auf eine einheitliche digitale Ablage kann mitunter orts- und zeitunabhängig zugegriffen werden, was nicht nur zu einem professionelleren Schulleitungshandeln, sondern auch zu einer maßgeblichen Entwicklung der Lehr- und Lerngegebenheiten führen kann.


Was sollten Schulleiterinnen und Schulleiter tun, um die Chancen der Digitalisierung zu entfalten?

Markus Heitz:  Möchte man von den Vorteilen der digitalen Unterstützung profitieren, empfiehlt es sich, dies zum Thema der Schulentwicklung zu machen. Eine klare strategische Ausrichtung erhöht die Transparenz der schulischen Arbeit und gleichsam die Akzeptanz und die benötigte Unterstützung der Anspruchsgruppen. Im Umkehrschluss kann ein digitales Fundament weitere Schulentwicklungsprozesse maßgeblich unterstützen, indem beispielsweise vorgefertigte Strukturen Arbeitsvorgänge erleichtern. Wie bei allen schulischen Entwicklungen ist der Weg zu einem stimmigen digitalen Schulmanagement ein langwieriger Prozess. Vorhaben und Ideen erfüllen sich meist nicht allein durch die Einführung einer neuen Anwendung. Zu erwartende neue Techniken und Möglichkeiten werden auch weiterhin individuelle Passungen an die Einzelschule erfordern und mit viel Arbeit verbunden sein. Diese Investition in eine zielgerichtete Implementation von digitalen Medien im Schulmanagement wird jedoch sehr wahrscheinlich eine zukünftige Zeitersparnis und eine qualitativ bessere Bearbeitung schulinterner Organisationsprozesse bedeuten.


Vielen Dank!

 

Heitz, Markus (2017): Digitales Schulmanagement - Eine qualitative Untersuchung zum Einsatz digitaler Medien in der Schulleitung. Masterthesis im weiterbildenden Masterstudiengang Bildungsmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

 

 

 

2. "Schnupper-Möglichkeit" im Masterstudiengang Bildungsmanagement

Sie interessieren Sich für den berufsbegleitenden Masterstudiengang Bildungsmanagement? Im Januar 2018 bieten wir erstmals die Möglichkeit, live Einblick zu nehmen in die Inhalte, Methode und Atmosphäre dieses Studiengangs. Im Rahmen einer Präsenzphase an der PH Ludwigsburg können Sie den Dozentinnen und Dozenten sowie aktuellen Studierenden über die Schulter sehen.

Termine:

  • Freitag, 12. Januar 2018, 18 Uhr: Prof. Dr. Ulrich Müller und Jan-Torsten Kohrs referieren zum Thema "Kommunikation und Kooperation"
  • Freitag, 26. Januar 2018, 18 Uhr: Judith Koroknay und Tobias Stricker referieren zum Thema "Personalmanagement"

Wir informieren desweiteren über die Formalia und alle Details des Studienangebots und stehen für individuelle Beratung bereit. Das "Hinein-Schnuppern" ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an bildungsmanagement@ph-ludwigsburg.de. Sie erhalten dann auch weitere Hinweise zum genauen Ablauf.

Der Bewerbungszeitraum für die nächste Kursgruppe beginnt am 1. April 2018 und endet am 31. Mai 2018. Auf unserer Homepage haben Sie die Möglichkeit, vorab Ihre Bewerbungsunterlagen zu prüfen.

 

 

3. Seminar-Tipps im Kontaktstudium Bildungsmanagement

Aus dem Themenspektrum des Bildungsmanagements bietet unser Kontaktstudium aktuelle Seminare, die allen Interessierten offenstehen.


02./03. März 2018: Wie "gut" ist unsere Schule? (mit Tobias Stricker)

Zahlreiche Untersuchungen in den vergangenen Jahren widmeten sich dem Thema schulischer Qualität und woran diese festzumachen ist. Durch Evaluationen erhalten Schulen Informationen zu ganz unterschiedlichen Themen und Bereichen. Nicht selten fällt es Verantwortlichen nicht ganz leicht, daraus die „richtigen“ Schlüsse zu ziehen und in konkrete Handlungsschritte zu überführen, zumal oftmals höchst unterschiedliche Interessenlagen „aufeinanderprallen“. Das Seminar setzt sich mit dem Sinn und Zweck von Evaluation auseinander. Es werden konkrete Ansatzpunkte und Umsetzungsschritte für die Unterrichts- und Schulentwicklungsarbeit erarbeitet.


16./17. März 2018: Gesundheitsmanagement in der Schule (mit Tobias Stricker)

Winterzeit – Krankheitszeit. Doch was hat das mit schulischem Gesundheitsmanagement zu tun? Ein Thema, über das viel gesprochen und geschrieben wird, das als (Gesamt-) Konzept in Schulen jedoch nach wie vor eher selten verankert und umgesetzt werden dürfte, ist ein umfassendes schulisches Gesundheitsmanagement. Die Veranstaltung hat zum Ziel, den eigenen Standpunkt sowie den Standpunkt der eigenen Schule im Spannungsfeld von Arbeitsanforderungen und Arbeitszufriedenheit zu identifizieren und konkrete Weiterentwicklungsmaßnahmen im Hinblick auf das persönliche und organisationale Gesundheitsmanagement zu definieren.


Weitere Informationen zu den Veranstaltungen sowie Hinweise zur Anmeldung

 

 

4. Neue Publikationen zum Bildungsmanagement und zur ökonomischen Bildung

Aus dem Kreis der Mitarbeiter, Studierenden und Absolventen des Instituts für Bildungsmanagement sind zuletzt folgende Beiträge zum Bildungsmanagement und zur ökonomischen Bildung erschienen:

 

5. Willkommensgruß an die neuen Studierenden, Gratulation an neue Alumni

Mit diesem Wintersemester startet ein neues Studienjahr und wir können neue Studierende begrüßen:

Wir wünschen unseren Studierenden eine spannende und bereichernde Zeit.

In zwei Zeugnisfeiern konnten wir aus beiden Studiengängen insgesamt 32 Absolventinnen und Absolventen zum erfolgreichen Abschluss ihres Masterstudiums beglückwünschen. Auch auf diesem Wege gratulieren wir nochmals!

 

 

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